東京 — Tokio Reiseplan

Fünf Tage Alt & Neu

Fünf volle Programmtage, danach ein reiner Abreisevormittag nach Kyoto. Jeder Tag bewegt sich in einer Region — kein Kreuz und Quer durch die Stadt. Historie am Morgen, Moderne am Abend. Ein Wetter-Puffertag für den Fuji ist eingebaut.

5+1
Programmtage + Abreise
Shibuya
Excel Hotel Tokyu
3.–8.10.
Reisezeitraum inkl. Abreise

Ausgangspunkt für jeden Tag ist das Shibuya Excel Hotel Tokyu. Alle Zeiten sind Empfehlungen für ein entspanntes Tempo — mit Puffer, nicht auf Kante genäht. Wegezeiten sind reale Bahn-/Gehzeiten, keine Optimalwerte.

Zur Aufteilung: Die längsten Tage sind der 4. und 5. Oktober — am 4. wegen des Laternenfests in Odaiba, das es nur an diesem Wochenende gibt, am 5. wegen teamLab am Nachmittag und Shinjuku am Abend. Der 5. beginnt dafür erst um 10:00 in Ginza. Der Fuji-Tag liegt auf dem 6. Oktober, mit dem 7. als Ausweichtag bei schlechter Sicht. Am 7. bleibt nachmittags Zeit zum Packen, bevor Shibuya Sky um 19:40 den Abschluss macht; am 8. geht es um 11:21 ab Shinagawa nach Kyoto.

Fixer Programmpunkt (Reservierung nötig)
Tag tauschbar
Fotospot (auch auf der Karte markiert)
壱
Sa, 3. Oktober — Ankunftstag

Asakusa & Sumida

Alt-Edo am Nachmittag, Skyline-Blick zum Ausklang. Bewusst ruhig gehalten — erster Tag nach dem Flug.

Skytree — 16:30, Ticket fix Alles fußläufig
Hotel → Asakusa
Ab Hotel ca. 13:45: Ginza-Linie ab Shibuya bis Asakusa, 18 Stationen von Endstation zu Endstation, ca. 35 Min. Kein Umstieg.
14:30
Sensō-ji & Nakamise-dōri
1,5 Std. — Tokios ältester Tempel, durch das Kaminarimon-Tor über die Einkaufsgasse zur Haupthalle.
Zu Fuß an den Sumida-Fluss
Ca. 20 Min. (1,5 km) über die Azuma-Brücke und am Wasser entlang, guter Blick auf den Skytree im Näherkommen. Gegenüber steht die Asahi Beer Hall mit der goldenen Flamme auf dem Dach — siehe Beschreibung unten.
16:30
Tokyo Skytree
1,5–2 Std. — Aufstieg zur Dämmerung, sodass ihr Tageslicht und nächtliche Skyline in einem Besuch mitnehmt. Zeitfenster laut Ticket: 16:30.
Zurück zum Hotel
Ab ca. 18:15 direkt unter dem Skytree: Station Oshiage, Hanzōmon-Linie Richtung Shibuya, 13 Stationen bis zur Endstation Shibuya, ca. 31 Min., kein Umstieg — IC-Karte, ca. ¥260. Kein Fußweg zurück nach Asakusa nötig. Ankunft am Hotel ca. 19:00.

Sensō-ji

ERLEBEN — Ihr kommt durch das 11,7 m hohe Kaminarimon ("Donnertor") mit seiner berühmten, 3,9 m hohen roten Papierlaterne — das Foto-Motiv, das jeder Japan-Reisende kennt. Dahinter beginnt die Nakamise-dōri, eine 250 m lange Einkaufsgasse mit rund 90 kleinen Ständen, die es hier zum Teil seit dem 18. Jahrhundert gibt: gegrillte Ningyō-yaki (kleine, mit Bohnenpaste gefüllte Küchlein), knusprige Senbei, handgemachte Fächer und Yukata-Stoffe. Am Ende erreicht ihr das zweite Tor, das Hōzōmon, und dahinter die Haupthalle mit dem Weihrauchkessel, an dem viele Besucher sich den Rauch zufächeln — ein Ritual, dem eine reinigende, gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird. Links davon die fünfstöckige Pagode, eine Rekonstruktion der Originalanlage aus dem Jahr 942.

WARUM — Sensō-ji ist mit seiner Gründungslegende aus dem Jahr 645 der älteste Tempel Tokios — der Ort, von dem aus sich die ganze Stadt einst entwickelt hat. Anders als viele "sanierte" Sehenswürdigkeiten ist er bis heute aktiver Gottesdienstort, kein Museum: Ihr seht Einheimische beim Beten, nicht nur Touristen beim Fotografieren. Als erster Programmpunkt der Reise setzt er den Ton für alles Weitere — die Nakamise-dōri ist zudem der unkomplizierteste Ort, um sich an japanisches Streetfood heranzutasten, ohne Sprachbarriere.

Asahi Beer Hall — die goldene Flamme

ERLEBEN — Direkt gegenüber von Asakusa, auf der anderen Seite des Sumida, steht das 1989 von Philippe Starck entworfene Hauptquartier der Brauerei Asahi: ein schwarzes Gebäude mit goldenem Band, auf dessen Dach eine 360 Tonnen schwere goldene Skulptur liegt. Gedacht war sie als lodernde Flamme, die den aufstrebenden Geist des Unternehmens symbolisiert — in Tokio heißt sie wegen ihrer Form allerdings meist schlicht „die goldene …". Nach Einbruch der Dunkelheit wird sie angestrahlt.

WARUM — Weil sie und der Skytree vom Sumida-Ufer aus im selben Blickfeld liegen: eine der bekanntesten Nachtansichten Tokios, und ihr kommt ohnehin daran vorbei. Anfang Oktober geht die Sonne gegen 17:20 unter — wenn ihr um 16:30 zum Skytree hinaufgeht, ist es beim Herunterkommen dunkel und die Flamme leuchtet. Ein kurzer Blick von der Azumabashi-Brücke genügt.

Tokyo Skytree

ERLEBEN — Mit 634 m das höchste Bauwerk Japans und der höchste Fernsehturm der Welt. Der Aufzug bringt euch in nur 50 Sekunden auf die erste Aussichtsebene (Tembo Deck, 350 m) mit einer 360°-Rundumsicht über die gesamte Kanto-Ebene — bei klarer Sicht ist der Fuji über 100 km entfernt noch sichtbar. Einige Bodenabschnitte sind aus Glas, sodass ihr direkt nach unten blicken könnt. Wer mag, kauft ein separates Ticket für das obere Tembo Galleria (450 m) mit einer spiralförmigen Rampe, die einmal um den gesamten Turm führt. Zur Dämmerung erlebt ihr innerhalb von 20–30 Minuten den kompletten Übergang: Tageslicht-Panorama, Sonnenuntergang im Westen über der Stadt, dann das Aufflammen der Millionen Lichter der Stadt.

WARUM — Der stärkste Kontrast zu Sensō-ji, den ihr an einem Tag bekommen könnt: von der 1300 Jahre alten Tempelanlage direkt in die technische Höchstleistung eines der modernsten Bauwerke der Welt (Fertigstellung 2012, erdbebensicher durch ein zentrales Dämpfungssystem, das dem 500 Jahre alten Prinzip japanischer Pagoden-Konstruktion nachempfunden ist — Alt und Neu verbinden sich hier sogar technisch). Der Sonnenuntergangs-Slot ist bewusst gewählt: Ihr bekommt zwei Stimmungen der Stadt für den Preis eines Tickets, und Tokio bei Nacht von oben ist ein anderes Erlebnis als am Tag.

Essen

  • Must-Eat Unagi: kleine, alteingesessene Unagi-Theke abseits der Nakamise-dōri, in den Seitengassen Richtung Denboin-dōri — Asakusa ist traditionell das Unagi-Viertel Tokios, deutlich weniger touristisch als die Hauptstraße.
  • Alternative: Asakusa Yokocho — Retro-Food-Gasse mit mehreren kleinen Ständen.

Vorab buchen

  • Skytree: gebucht, Zeitfenster 16:30.
  • Sonst nichts zwingend — Sensō-ji ist frei zugänglich.

Fotospots

Wenn ihr's voller mögt

Der Suijo-Bus (Wassertaxi) ab Asakusa — futuristisch designtes Boot ("Himiko"), das den Sumida-Fluss bis Odaiba oder Hamarikyu befährt. Statt Skytree-Rückweg mit der Bahn könntet ihr per Boot weiterfahren — verbindet Alt-Tokio und Wasserfront auf ungewöhnliche Art. Nur sinnvoll, wenn ihr Zeit und Lust auf einen zusätzlichen Programmpunkt habt.

Bei Schlechtwetter

Beides größtenteils regenfest: Nakamise-dōri ist überdacht, Skytree ist ein Innenraum-Erlebnis. Bei Sturm ggf. Tempo drosseln, Programm bleibt bestehen.
弐
So, 4. Oktober

Ueno, Yanaka, Akihabara & Laternen in Odaiba

Alt-Tokio am Morgen, Akihabara zweimal — am Nachmittag als Fußgängerzone, am Abend in Neon — und dazwischen 10.000 Kerzen am Strand von Odaiba. Ein langer, aber einmaliger Tag.

Laternenfest Odaiba — nur 3./4.10., Kerzen ab 17:00 Sonntag: Akihabara als Fußgängerzone
Hotel → Nezu
Shibuya → Omotesando (1 Station, Ginza- oder Hanzomon-Linie), dann Chiyoda-Linie Richtung Ayase bis Nezu (10 Stationen, ca. 20 Min.) — zusammen ca. 30–35 Min., ab Hotel ca. 08:25.
09:00
Nezu-Schrein
45 Min. — bewusst früh, bevor die Tagesbesucher kommen.
Zu Fuß
15 Min. durch die Yanesen-Gassen
10:00
Yanaka Ginza
1,5 Std. — Bummeln, Kaffeepause, altes Shitamachi-Flair.
Zu Fuß
Ca. 25 Min. (knapp 2 km) Richtung Ueno Park, am Tōshō-gū vorbei zum Shinobazu-Teich
12:00
Ueno Park
45 Min. — Shinobazu-Teich und Tōshō-gū-Schrein.
12:45
Mittagessen in Ueno
1 Std. in Ruhe — z. B. auf den Restaurant-Etagen im Bahnhofsgebäude (atré Ueno), direkt am Park.
13:45
Ameyoko — kurz durchgehen
15–20 Min. — einmal die Marktstraße unter den Gleisen entlang Richtung Okachimachi, gucken statt essen.
Okachimachi → Akihabara zu Fuß
Ca. 1 km, 12–15 Min. — Ameyoko endet bei Okachimachi, von dort weiter südlich parallel zu den Gleisen bis Akihabara. Kein Zug nötig.
14:15
Akihabara am Nachmittag
2 Std. — die autofreie Chūō-dōri: Sonntags ist die Hauptstraße bis 17:00 Fußgängerzone, mit Cosplayern und Straßenmusik. Zeit für ein Themen-Café, wenn ihr mögt.
Akihabara → Odaiba
Ab ca. 16:20: Yamanote-Linie Richtung Tokyo/Shinagawa bis Shimbashi (4 Stationen, ca. 8 Min.), dann Yurikamome Richtung Toyosu bis Odaiba-kaihinkōen (5 Stationen, ca. 13 Min.) — über die Rainbow Bridge. Von der Station 3 Min. zum Strand.
17:00
Umi no Akari Matsuri — Laternenfest am Strand
1,75 Std. — um 17:00 zünden Besucher die Kerzen in den Papierlaternen an, jeder darf mitmachen. Gegen 17:20, mit der Dunkelheit, wird das Bild im Sand sichtbar. Gegenüber leuchtet die Rainbow Bridge. Abendessen an den Essensständen des Festivals.
Odaiba → Akihabara
Ab ca. 18:45: Yurikamome bis zur Endstation Shimbashi, dann Yamanote- oder Keihin-Tōhoku-Linie Richtung Ueno bis Akihabara — zusammen ca. 35 Min.
19:30
Akihabara bei Nacht
1,25 Std. — jetzt mit den Neon-Fassaden der Elektronikkaufhäuser und Spielhallen. Wer noch Hunger hat: Ramen an einer der Theken abseits der Hauptstraße.
Zurück zum Hotel
Ab ca. 20:45: Akihabara → Shibuya, Yamanote-Linie Richtung Tokyo/Shinagawa, 13 Stationen, ca. 30 Min. — Ankunft gegen 21:15.

Nezu-Schrein

ERLEBEN — Der heutige Schrein wurde 1706 vom fünften Tokugawa-Shogun als Geschenk an seinen designierten Nachfolger errichtet und blieb seitdem fast unverändert erhalten — eine der wenigen Anlagen Tokios, die weder das große Kanto-Erdbeben 1923 noch die Luftangriffe 1945 zerstört haben. Berühmt ist der Sando, ein Weg durch Dutzende dicht aneinandergereihte, leuchtend rote Torii-Tore, die einen schmalen Tunnel bilden — eine kleine, sehr viel ruhigere Version des berühmten Fushimi Inari in Kyoto. Zusätzlich gibt es einen Azaleen-Garten, der im April in Vollblüte steht (im Oktober grün, aber die Torii-Reihe wirkt ganzjährig).

WARUM — Während sich vor Fushimi Inari in Kyoto oft Menschenmassen stauen, seid ihr hier am frühen Morgen so gut wie allein — eines der am stärksten unterschätzten Fotomotive Tokios. Ein Ort, den die meisten Touristen schlicht nicht kennen, obwohl er historisch bedeutender ist als viele überlaufene Alternativen.

Yanaka Ginza

ERLEBEN — Ein rund 170 m langes Einkaufssträßchen mit knapp 70 kleinen, familiengeführten Läden: Fischbratereien, Tofu-Manufakturen, Töpfereien, ein Laden, der seit Jahrzehnten nur handgemachte Holzsandalen (Geta) verkauft. Drumherum das Viertel Yanesen (Yanaka-Nezu-Sendagi) mit engen Gassen, alten Holzhäusern und dem großen Yanaka-Friedhof, der als inoffizieller Katzentreffpunkt gilt — überall sitzen halbwilde, aber zutrauliche Katzen zwischen den Grabsteinen.

WARUM — Yanaka ist eines der letzten Viertel Tokios, das sowohl das Erdbeben von 1923 als auch die Bombenangriffe von 1945 überstanden hat — hier seht ihr Holzarchitektur, wie sie vor der Moderne überall in der Stadt üblich war. Der Gegenpol zu Akihabara am selben Tag: Tokio, wie es vor 100 Jahren aussah, ohne museale Rekonstruktion, sondern als gelebter Alltag.

Ueno Park & Ameyoko (Durchgang)

ERLEBEN — Ueno Park ist mit über 130 Jahren einer der ältesten öffentlichen Parks Japans, mit dem Shinobazu-Teich (Lotusblüten im Sommer, im Herbst eher ruhiges Vogelgebiet) und dem Tōshō-gū-Schrein am Rand. Direkt südlich schließt Ameyoko an: eine rund 500 m lange Markt- und Ladenstraße unter den Bahngleisen, entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg als Schwarzmarkt, heute Streetfood-Meile mit gegrilltem Fisch, frittierten Snacks, Gewürzhändlern und Ständen, an denen laut auf Japanisch die Tagespreise ausgerufen werden.

WARUM — Ein kurzer Durchgang reicht, um den Trubel mitzunehmen, ohne im Gedränge zu essen — Ameyoko ist einer der wenigen Orte in Tokio, an dem noch laut gefeilscht und gerufen wird, eine ganz andere Lautstärke und Energie als die eher zurückhaltende japanische Stadtkultur sonst zeigt.

Akihabara

ERLEBEN — Ursprünglich ein Nachkriegs-Elektronikmarkt, heute das weltweite Zentrum der Anime-, Manga- und Gaming-Kultur (Otaku-Kultur). Mehrstöckige Neon-Fassaden entlang der Chuo-dōri, Elektronikkaufhäuser wie Yodobashi Akiba über acht Stockwerke, dazwischen Themen-Cafés (Maid-Cafés, Retro-Gaming-Arcaden) und Läden, die ausschließlich gebrauchte Manga oder Merchandise einzelner Serien verkaufen. Sonntagnachmittags wird die Hauptstraße Chūō-dōri für den Verkehr gesperrt und zur Fußgängerzone — dem „Hokōsha Tengoku". Von Oktober bis März läuft das von 13:00 bis 17:00.

WARUM — Stärkster Neon-Fotospot neben Shinjuku — und da ihr Shinjuku an Tag 3 separat bekommt, ergänzen sich beide Abende statt sich zu wiederholen: Akihabara ist bunter, verspielter und pop-kultureller, Shinjuku dagegen erwachsener und atmosphärischer (Bars, Yakitori statt Anime-Läden). Zusammen ergeben sie ein vollständigeres Bild der nächtlichen Stadt als jeder Ort für sich.

Umi no Akari Matsuri — Laternenfest in Odaiba

ERLEBEN — „Lichter des Meeres": Am Strand des Odaiba Seaside Park werden 10.000 bis 20.000 Papierlaternen aufgestellt. Um 17:00 zünden Besucher und Helfer die Kerzen darin an — ohne Anmeldung, jeder kann mitmachen. Mit der Dämmerung wird aus den Lichtpunkten ein großes Bild im Sand, dessen Motiv jedes Jahr wechselt. Dazu Bühne mit Livemusik, Essensstände und Fotospots mit Laternen. Das Fest läuft, bis die Kerzen heruntergebrannt sind; Eintritt frei.

WARUM — Es findet nur an diesem Wochenende statt, und ihr seid zufällig in Tokio. Anders als die großen Sehenswürdigkeiten ist es ein Fest für Einheimische, bei dem ihr selbst eine Kerze anzündet statt nur zuzuschauen. Und es liegt am selben Ufer wie der klassische Blick auf die beleuchtete Rainbow Bridge.

Rainbow Bridge bei Nacht

ERLEBEN — Eine 798 m lange Hängebrücke über die Tokyo Bay, ab Sonnenuntergang bis Mitternacht illuminiert: Haupttürme, Trägerunterseiten und Ankerblöcke werden angestrahlt. Vom Odaiba Kaihin Park aus habt ihr den klassischen Blick über das Wasser, dazu die Skyline von Minato mit Tokyo Tower im Hintergrund und eine kleine Nachbildung der Freiheitsstatue.

WARUM — Tagsüber sind die Türme schlicht weiß, die Brücke wirkt dann wie eine gewöhnliche Hängebrücke — erst die Beleuchtung macht sie zum Motiv. Eine Einschränkung vorweg, damit ihr keine falsche Erwartung habt: Trotz des Namens leuchtet sie nur zu besonderen Anlässen tatsächlich in Regenbogenfarben, überwiegend im Dezember. Im Oktober seht ihr die weiß illuminierte Silhouette. Ihr steht am Laternenfest ohnehin am richtigen Ufer: Die Brücke liegt direkt gegenüber dem Strand.

Essen

  • Abendessen am Laternenfest: an den Essensständen am Strand — unkompliziert und mitten im Geschehen.
  • Must-Eat Ramen: später in Akihabara an einer spezialisierten Ramen-Theke abseits der Chūō-dōri, mit Bestell-Automat am Eingang — falls der Hunger zurückkommt.
  • Insider: Kleines Soba-Lokal in den Yanaka-Seitengassen — jahrzehntealt, kaum beworben.
  • Mittag in Ueno: in Ruhe sitzen statt Streetfood im Gedränge — Restaurant-Etagen im Bahnhofsgebäude (atré Ueno).

Vorab buchen

  • Laternenfest: kein Ticket, keine Anmeldung. Ob es bei Regen stattfindet, steht in keiner Quelle — am Tag selbst auf der Seite des Veranstalters oder der Yurikamome nachsehen.
  • Alle anderen Programmpunkte frei zugänglich, keine Reservierung.

Fotospots

Wenn ihr's voller mögt

Kanda Myōjin, 5 Gehminuten von Akihabara — einer der ältesten Schreine Tokios, der heute explizit auch Tech-Unternehmen und IT-Karrieren segnet, mit Anime-Kollaborationen. Ungewöhnlicher Crossover aus Alt-Schrein und Popkultur, passt thematisch genau zwischen Yanaka und Akihabara.

Bei Schlechtwetter

Yanaka/Ueno sind Außenbereiche — bei Dauerregen den Nachmittag in die überdachten Passagen von Ameyoko und in Akihabaras Indoor-Kaufhäuser (z. B. Yodobashi Akiba) vorziehen, den Rest kürzen. Die Fußgängerzone in Akihabara wird bei schlechtem Wetter teils abgesagt. Ob das Laternenfest bei Regen stattfindet, ist unklar — fällt es aus, bleibt ihr nach Akihabara einfach gleich in Akihabara und esst dort.
参
Mo, 5. Oktober

Ginza, teamLab & Shinjuku

Ruhiger Start in Ginza mit Dachgarten, entspanntes Feinkost-Picknick am Mittag, Lichtkunst am Nachmittag, Neon-Gassen am Abend.

teamLab Planets — Einlass 15:30, Ticket fix Später Start: ab Hotel ca. 09:40, zurück ca. 21:25
Hotel → Ginza
Ab Hotel ca. 09:40: Ginza-Linie ab Shibuya (Startstation, fast immer Sitzplätze), direkt bis Ginza, 8 Stationen, ca. 16 Min. — IC-Karte, ca. ¥210.
10:00
Ginza — Chūō-dōri & G.Itoya
1,25 Std. — Bummel über den Boulevard zur Kreuzung Ginza 4-chōme mit dem Uhrturm des Wakō-Gebäudes. Dazu G.Itoya: zwölf Stockwerke Schreibwaren, Papier und Füller, geöffnet ab 10:00. Siehe Beschreibung unten.
11:15
GINZA SIX — Dachgarten
30 Min. — begrünter Dachgarten auf dem Dach (RF), kostenlos, geöffnet 7–23 Uhr. Blick über Ginza bis zu Tokyo Tower und Skytree.
11:50
Depachika im Mitsukoshi — schauen & einkaufen
Ca. 1 Std., ohne Eile — die Lebensmittelhalle im Untergeschoss (B2/B3) des Kaufhauses an der 4-chōme-Kreuzung, geöffnet ab 10:00. Erst einmal durchgehen und staunen, dann Kleinigkeiten fürs Picknick zusammenkaufen. Siehe Essen.
12:50
Picknick auf der „Ginza Terrace"
Ca. 1 Std. — die Dachterrasse des Mitsukoshi, mit Sitzplätzen im Grünen über der Kreuzung.
13:50
Freie Zeit in Ginza
Ca. 45 Min. Puffer — Kaffee, noch einmal in ein Kaufhaus oder zurück zu G.Itoya. Wer mehr will: siehe „Wenn ihr's voller mögt".
Ginza-itchōme → Toyosu
Abfahrt ca. 14:45: Yūrakuchō-Linie (Y) Richtung Shin-kiba, 3 Stationen (Shintomichō, Tsukishima, Toyosu), ca. 6 Min. — IC-Karte. Von Ausgang 7 ca. 10 Min. zu Fuß zu teamLab Planets. Ankunft ca. 15:10.
15:30
teamLab Planets
2,5 Std. — barfuß durch Wasser- und Lichtinstallationen. Einlasszeit laut Ticket: 15:30.
Shin-Toyosu → Shiodome
Ab ca. 18:05: Yurikamome Richtung Shimbashi, 13 Stationen, ca. 27 Min. — über die beleuchtete Rainbow Bridge. In Shiodome aussteigen, eine Station vor der Endstation Shimbashi.
Umstieg Shiodome — zu Fuß
Ca. 5–10 Min. — Yurikamome und Ōedo-Linie sind nicht direkt verbunden: raus auf Straßenebene und den Schildern 都営大江戸線 Ōedo Line zur U-Bahn folgen.
Shiodome → Shinjuku
Toei Ōedo-Linie Richtung Daimon/Roppongi, 8 Stationen, ca. 20 Min. Wichtig: Die Ōedo-Linie fährt einen Ring — nur die Richtung über Daimon und Roppongi ist die kurze. Im Feierabendverkehr voll, eher stehen. Von der Station Shinjuku ca. 10 Min. zu Fuß nach Omoide Yokocho (Westausgang, nördlich der Gleise).
ca. 19:10
Omoide Yokocho — Abendessen
1,25 Std. — Yakitori-Gassen, Lampions, enge Theken.
20:25
3D-Katze am Ostausgang
10 Min. — auf dem Weg von Omoide Yokocho zum Kabukichō-Tor, siehe Beschreibung unten.
20:40
Kabukichō-Tor & Golden Gai — Durchgang
30 Min. — rotes Kabukichō-Tor, dichteste Neon-Kulisse der Stadt, anschließend ein Gang durch die Golden-Gai-Gassen. Bewusst ohne Bar-Besuch.
Zurück zum Hotel
Shinjuku → Shibuya, Yamanote-Linie Richtung Shibuya/Shinagawa, 3 Stationen (Yoyogi, Harajuku, Shibuya), 7 Min. — IC-Karte, ca. ¥200. Ankunft ca. 21:25.

Ginza

ERLEBEN — Tokios elegantes Einkaufsviertel: Die Chūō-dōri ist gesäumt von Kaufhäusern und Flagship-Stores, Mittelpunkt ist die Kreuzung Ginza 4-chōme mit dem Uhrturm des Wakō-Gebäudes und dem Kaufhaus Mitsukoshi. G.Itoya ist ein Schreibwarenhaus über zwölf Etagen — mit einer ganzen Etage nur fürs Briefeschreiben, einer Wand aus Papiermustern und einem Café ganz oben. Der Dachgarten von GINZA SIX auf dem Dach ist ein ruhiger, begrünter Rundgang mit Blick über das Viertel.

WARUM — Das Gegenstück zu den engen, lauten Vierteln der Tage davor: breite Gehwege, Ruhe am Vormittag, alles sauber und aufgeräumt. Und die Kaufhaus-Lebensmittelhallen zeigen Japans Essenskultur von ihrer feinsten Seite — ohne Gedränge und Fischgeruch eines Markts.

teamLab Planets

ERLEBEN — Ihr geht barfuß durch einen Parcours aus mehreren riesigen Räumen: durch knietiefes Wasser, in dem sich computergesteuerte Koi-Projektionen um eure Beine "schlängeln", durch einen Raum mit hängenden, orchideenähnlichen Blüten, die auf Berührung reagieren, und durch einen Spiegelraum mit schwebenden Lichtkugeln, die bei Berührung Farbe und Klang wechseln. Es gibt keinen festen Rundweg im klassischen Sinn — jeder Raum ist ein eigenes, in Echtzeit von Computern berechnetes Kunstwerk, das nie exakt gleich aussieht. Handtücher werden gestellt, Wertsachen könnt ihr in Schließfächern lassen.

WARUM — Es gibt diese Erfahrung nirgendwo sonst auf der Welt in dieser Form — die Wasser- und Lichtinstallationen sind eigens für dieses Gebäude entwickelt, es ist kein Konzept, das man auch in einer anderen Stadt bekäme.

Die 3D-Katze am Ostausgang

ERLEBEN — Über der Kreuzung am Ostausgang von Shinjuku hängt auf dem Dach des Cross-Shinjuku-Gebäudes eine L-förmig gebogene LED-Wand von gut 150 Quadratmetern. Darauf lebt eine rund zehn Meter lange Glückskatze: Sie läuft, gähnt, miaut, wirft Becher um und schaut den Menschen unten in die Augen. Der räumliche Effekt entsteht durch die Krümmung der Leinwand — von der Seite wirkt es flach, ihr müsst euch also mittig auf den Platz stellen. Sie erscheint zwischen den regulären Werbespots und zusätzlich in einem eigenen Programm alle 15 Minuten: zur vollen Stunde sowie um 15, 30 und 45. Läuft von 7:00 bis 1:00 nachts.

WARUM — Shibuya hat den Hund Hachikō, Shinjuku hat diese Katze — sie ist innerhalb weniger Jahre zum Wahrzeichen des Viertels geworden. Nett zu wissen: Es ist ein männlicher Dreifarbenkater, in der Natur eine genetische Rarität, und einer seiner schwarzen Flecken hat die Form des Stadtbezirks Shinjuku. Sie liegt genau auf eurem Weg zwischen Omoide Yokocho und dem Kabukichō-Tor, kostet also kaum Zeit. Abends ist der Effekt deutlich stärker als tagsüber, weil die Wand gegen den dunklen Himmel steht.

Omoide Yokocho, Kabukichō & Golden Gai

ERLEBEN — Omoide Yokocho ("Erinnerungsgasse") ist ein Labyrinth aus über 60 winzigen Lokalen in Gassen, die kaum breiter als eine Armspanne sind, entstanden auf den Trümmern der Nachkriegszeit — hier wird an offenen Grillplatten Yakitori zubereitet, während Züge auf den Gleisen direkt darüber vorbeirattern. Wenige Gehminuten weiter das Kabukichō-Tor: ein knallrotes Eingangstor zum größten Ausgehviertel Asiens, dahinter türmen sich Leuchtreklamen über sechs, sieben Stockwerke. Golden Gai schließlich ist ein Gassengeflecht aus rund 200 Mini-Bars aus den 1950er-Jahren, zweigeschossige Bretterbuden dicht an dicht — allein die Kulisse lohnt den Durchgang.

WARUM — Drei verschiedene Tokios auf engstem Raum: Nachkriegs-Nostalgie, kommerzieller Neon-Exzess und subkulturelle Bar-Szene. Golden Gai ist hier bewusst nur als Durchgang eingeplant: Die Bars leben vom Trinken und vom Gespräch mit dem Wirt, verlangen meist eine Sitzgebühr und sind für einen kurzen Blick nicht gedacht. Der visuelle Eindruck ist in 15 Minuten vollständig da — das substanzielle Erlebnis des Abends ist ohnehin das Essen in Omoide Yokocho.

Essen

  • Depachika Mitsukoshi Ginza: Lebensmittelhalle in B2/B3 — Bento, Onigiri, Kroketten, Patisserie, Obst. Mehrere Kleinigkeiten kaufen und auf der Dachterrasse des Kaufhauses (Ginza Terrace, 9. Stock) essen. Geöffnet ab 10:00.
  • Insider Omoide Yokocho: abseits der ersten Gasse (Richtung Gleise) — dort deutlich weniger Touristen als am Eingang.
  • Ab etwa 19:00 füllt sich Omoide Yokocho: Theken haben 6–10 Plätze, mit Wartezeit rechnen oder in die zweite Gassenreihe ausweichen. Montagabend ist dort ruhiger als am Wochenende.

Vorab buchen

  • teamLab Planets: gebucht, Einlass 15:30.
  • Ginza, GINZA-SIX-Dachgarten (frei), Omoide Yokocho: keine Reservierung nötig.

Fotospots

Wenn ihr's voller mögt

Hamarikyu Gardens — ein Garten der Tokugawa-Shogune aus dem 17. Jh. mit einem Gezeitenteich, in den echtes Meerwasser aus der Bucht einströmt. Auf einer Insel steht das Nakajima-Teehaus (Matcha mit Wagashi), dahinter spiegeln sich die Hochhäuser von Shiodome im Wasser — einer der stärksten Alt-trifft-Neu-Kontraste der Stadt. Eintritt 300 ¥ vor Ort.

So passt es rein: Picknick bis ca. 13:00, dann ca. 20 Min. zu Fuß zum Eingang Ōtemon, 13:20–14:30 im Garten (Teehaus und Blick vom Nordufer). Vom Tor Naka-no-gomon ca. 5 Min. zur Yurikamome-Station Shiodome, Abfahrt ca. 14:45 bis Shin-Toyosu (13 Stationen, ca. 28 Min., über die Rainbow Bridge) — von dort 1 Min. zu teamLab. Die freie Zeit in Ginza entfällt dann.

Bei Schlechtwetter

Ginza funktioniert bei jedem Wetter — Kaufhäuser und G.Itoya sind überdacht, nur den Dachgarten lasst ihr bei Regen aus. teamLab und Omoide Yokocho sind wetterunabhängig. Bei Regen picknickt ihr nicht auf der Terrasse, sondern esst in einem der Restaurants in den oberen Etagen des Mitsukoshi.
四
Di, 6. Oktober — wetterabhängig, tauschbar mit dem 7.10.

Fuji-Tagesausflug ↔ Kamakura

Bei klarem Wetter: private Fuji-Tour mit eigenem Fahrer. Ist der Berg am 6.10. verhangen, tauscht ihr mit dem 7.10. und habt eine zweite Chance. Sind beide Tage bewölkt, wird Kamakura zum vollwertigen Ersatztag.

Fuji-Tour gebucht — Wonder land, 323 € Bis 24 Std. vorher kostenlos stornierbar Tausch mit dem 7.10. möglich Kamakura als Ersatztag, kein Verlust

Zwei Chancen auf den Fuji: 6. oder 7. Oktober

Der Fuji zeigt sich nur bei klarer Sicht — deshalb habt ihr zwei mögliche Tage. Gebucht ist der 6.10. Ist die Vorhersage dafür schlecht, fahrt ihr am 7.10. und tauscht die beiden Tage komplett:

So sieht der Tausch aus: Am 6.10. läuft das Programm des 7.10. — Meiji Jingu, Omotesando, Kaiserpalast (dienstags geöffnet, geschlossen ist nur Mo + Fr) und Packen. Am 7.10. holt euch der Fahrer um 07:00 ab, zurück seid ihr gegen 18:00. Shibuya Sky um 19:40 bleibt wie gebucht — der Turm liegt 5 Min. vom Hotel. Die übrigen Tickets (teamLab 5.10., Skytree 3.10.) sind nicht betroffen.

Die Fristen: Kostenlos stornieren könnt ihr bis 24 Std. vor der Abholung — für den 6.10. also bis Mo, 5.10., 07:00. Die Entscheidung fällt damit am Abend des 4.10. nach der Vorhersage, nicht erst am Vorabend. Ob Wonder land die Tour kurzfristig auf den 7.10. verlegt, hängt von deren Kapazität ab — vorab beim Anbieter klären: Ist der Wechsel möglich, und bis wann müsst ihr Bescheid geben?

Wenn beide Tage bewölkt sind: Tour stornieren, am 6.10. Kamakura (Variante B unten), am 7.10. das normale Programm.

Variante A — Mount Fuji, private Tour mit Fahrer

Die gebuchte Tour

Private Tagestour ab Tokio mit eigenem Fahrer und Guide, Abholung um 07:00 und Rücktransport direkt am Hotel, 11 Stunden Gesamtpaket, 323 € für euch beide. Anbieter „Wonder land", 4,9 aus über 650 Bewertungen. Die Route (Strecke A) ist flexibel und wird vor Ort nach Wetter, Verkehr und Fuji-Sicht angepasst — der Ablauf unten ist deshalb ein Vorschlag, kein Fahrplan. Deutschsprachige Führung ist buchbar.

Der eigentliche Gewinn: Ihr hängt nicht am Busnetz der Fuji-Region, dessen Linienführung selbst in offiziellen Quellen widersprüchlich beschrieben wird. Und die 5. Fuji-Station wäre mit öffentlichen Verkehrsmitteln an einem Tag nicht zu schaffen.

Was ihr dem Fahrer sagt

Die Route ist flexibel, ihr solltet sie also aktiv ansagen. Diese Liste könnt ihr wörtlich weitergeben:
Abholung07:00 am Shibuya Excel Hotel Tokyu — so gebucht.
1. StoppArakurayama Sengen Park / Chureito Pagoda — 3360 Shimoyoshida, Fujiyoshida
2. StoppShimoyoshida Honchō Street (本町通り) — beim Shimoyoshida Tourist Information Center, 1-4-21 Shimoyoshida, Fujiyoshida. Der Fotostandpunkt ist die Kreuzung gegenüber, beim Hikawa-Uhrenladen. Auf derselben Straße liegt das Kanadorii-Tor.
3. StoppFuji Subaru Line 5th Station — vorher klären, ob die Straße am 6.10. offen ist
4. StoppMittagessen, Hōtō-Nudeln — Auswahl dem Fahrer überlassen
5. StoppOshino Hakkai — Oshino, Minamitsuru District
6. StoppOishi Park — Nordufer Kawaguchiko, 2585 Oishi, Fujikawaguchiko
OptionalMt. Kachi Kachi Ropeway — nur als Ersatz für Oishi Park, nicht zusätzlich
07:00
Abholung am Hotel
So gebucht. Die frühe Abfahrt erspart Staus und Menschenmassen — und der Fuji ist morgens am ehesten wolkenfrei.
Fahrt zur Fuji-Region
Ca. 2 Std. — im klimatisierten Van, ohne Umsteigen, ohne Gepäckstress.
ca. 09:00
Arakura-Sengen-Schrein & Chureito-Pagode
1 Std. inkl. Aufstieg über knapp 400 Stufen — bewusst als erster Stopp, vor dem Hauptandrang und bei der besten Vormittagssicht.
ca. 10:10
Honchō-dōri — die Straße mit den Stromleitungen
30 Min. — nur wenige Fahrminuten von der Pagode entfernt, beides gehört zu Shimoyoshida. Ladenschilder, Laternen und ein Gewirr aus Oberleitungen, dahinter der Fuji am Ende der Straße. Auf dem Weg liegt das Kanadorii-Tor, siehe unten.
ca. 11:15
5. Fuji-Station
1 Std. — auf rund 2.300 m der höchste mit dem Auto erreichbare Punkt am Berg. Die Subaru Line ist im Oktober regulär geöffnet (3:00–18:00), gesperrt wird nur bei Unwetter oder Schnee.
ca. 13:00
Mittagessen — Hōtō-Nudeln
45 Min. — der Fahrer steuert ein passendes Lokal an. Sagt vorher, worauf ihr Lust habt, das gehört zum flexiblen Konzept.
ca. 14:00
Oshino Hakkai
1 Std. — acht glasklare Quellteiche, gespeist von Fuji-Schmelzwasser, das jahrzehntelang durch poröses Vulkangestein gesickert ist. Ihr könnt das Wasser dort trinken.
ca. 15:20
Oishi-Park am Kawaguchiko-See
40 Min. — Nordufer, der klassische Blick über Wasser und Blumenbeete auf den Berg. Der einzige Punkt des Tages, an dem ihr den Fuji über dem See seht statt über Land.
Optional
Mt. Kachi-Kachi-Seilbahn
1 Std. — auf den Berg Tenjo über dem Ostufer, See und Fuji zusammen im Bild. Passt nur, wenn ihr etwas anderes streicht — mit Honchō-dōri ist der Tag voll. Am ehesten anstelle des Oishi-Parks, da beide den See zeigen. Entscheidet das morgens mit dem Fahrer, je nachdem wie klar der Berg steht.
Rückfahrt nach Tokio
Ca. 2 Std. ab ca. 16:00, zurück am Hotel gegen 18:00. Das Paket umfasst 11 Stunden ab Abholung — mehr als die sieben Stopps oben passt realistisch nicht hinein.

Variante B — Kamakura (bei schlechtem Wetter)

Hotel → Kamakura
Ab Hotel ca. 08:15: JR Shonan-Shinjuku-Linie ab Shibuya, 12 Stationen, ca. 1 Std. — durchgehend nur mit Zügen Richtung Zushi, bei anderen Zielen in Ōfuna umsteigen. IC-Karte, ca. ¥1.000–1.100 (JR-Tarif seit März 2026).
09:30 Kamakura → Hase
Enoden (Enoshima Dentetsu), 3 Stationen, ca. 5 Min., ca. ¥200 — die historische Kleinbahn von 1902. Setzt euch nach Möglichkeit ans Fenster.
09:45
Kōtoku-in — Großer Buddha
1 Std. — gut 11 m hohe Bronzestatue (13,35 m mit Sockel), seit dem 15. Jh. unter freiem Himmel. 7–8 Min. zu Fuß ab Station Hase.
11:00
Hase-dera
1,25 Std. — Tempelanlage am Hang mit Meerblick, große Kannon-Statue. Liegt 5 Min. von Kōtoku-in, beide an derselben Enoden-Station.
12:20 Hase → Kamakura
Enoden zurück, 3 Stationen, ca. 5 Min.
12:30
Mittagessen Komachi-dōri
1,5 Std. — Straße mit Streetfood und kleinen Läden, weniger überlaufen als Nakamise in Tokio.
14:00
Enoden-Küstenfahrt nach Enoshima (optional)
1,5 Std. für Hin- und Rückfahrt — der landschaftlich schönste Abschnitt, siehe Beschreibung unten. Ohne diesen Abstecher habt ihr stattdessen einen ruhigen Nachmittag in Kamakura.
Rückfahrt
Ca. 16:00 ab Kamakura, JR Shonan-Shinjuku-Linie, Hotel ca. 17:00.

Chureito-Pagode

ERLEBEN — Nach einem kurzen, aber steilen Aufstieg über knapp 400 Stufen erreicht ihr die fünfstöckige, leuchtend rote Pagode des Arakura-Sengen-Schreins, erbaut 1963 als Friedensdenkmal. Von der Aussichtsplattform daneben habt ihr den freien Blick, der zu Japans meistfotografiertem Motiv geworden ist: die Pagode im Vordergrund, dahinter, scheinbar zum Greifen nah, der symmetrische Kegel des Fuji. An klaren Herbstmorgen — genau eure Reisezeit — steht die Luft oft besonders still, was die Sicht deutlich verbessert.

WARUM — Kein anderer Ort verbindet Pagode und Berg so unmittelbar in einem Bild — das Motiv ist so bekannt, dass es in praktisch jeder Japan-Bildergalerie auftaucht, und trotzdem verliert es vor Ort nichts von seiner Wirkung. Für viele Reisende ist dieser eine Blick der emotionale Höhepunkt der gesamten Japan-Reise.

Honchō-dōri & Kanadorii

ERLEBEN — Eine schmale Einkaufsstraße im Showa-Stil, gesäumt von bunten Ladenschildern, alten Straßenlaternen und einem dichten Gewirr aus Oberleitungen. Weil die Straße schnurgerade nach Süden verläuft, entsteht der Eindruck, der Fuji stünde direkt am Ende der Fahrbahn. Die Ostseite hat noch den Charakter des früheren Großhandelsviertels, auf der Westseite reihen sich rund hundert Lokale und Bars. Vereinzelt findet ihr noch alte Webereien — Fujiyoshida ist seit über tausend Jahren Textilstadt, weil sich das Quellwasser des Fuji besonders gut zum Färben eignete. Auf derselben Achse steht das Kanadorii, ein Torii-Tor, das den Berg ebenfalls einrahmt.

WARUM — Das ist das Bild, das man kennt, ohne den Ort zu kennen. Anders als bei der Pagode blickt ihr hier nicht von oben auf den Berg, sondern steht mitten in einer gewöhnlichen Kleinstadt, über der er plötzlich auftaucht — der Kontrast macht die Aufnahme. Historisch war die Straße Teil des Yoshidaguchi-Pilgerwegs zum Aufstieg, daher ihr zweiter Name „Fujimichi". Tipp: Je früher, desto weniger Fotografierende. Fragt den Fahrer morgens, ob er die Straße vor der Pagode anfährt — die Reihenfolge der beiden nahe beieinanderliegenden Stopps ist flexibel. Der Fotostandpunkt ist die Kreuzung beim Hikawa-Uhrenladen, gegenüber dem Touristenbüro — stellt euch so, dass die Straßenlinien den Blick zum Berg führen.

5. Fuji-Station

ERLEBEN — Auf rund 2.300 Metern endet die Subaru Line, die höchste Straße am Berg. Über euch beginnt der eigentliche Aufstiegspfad zum Gipfel, unter euch liegt bei klarer Sicht ein Wolkenmeer, durch das die Fuji-Fünf-Seen-Region durchscheint. Es gibt einen kleinen Schrein, ein Postamt, von dem aus man Karten mit Höhenstempel verschicken kann, und spürbar dünnere, kühlere Luft — rechnet mit deutlich niedrigeren Temperaturen als unten, eine Jacke gehört ins Gepäck.

WARUM — Der Perspektivwechsel des Tages: Überall sonst schaut ihr den Fuji an, hier steht ihr auf ihm. Mit Bus und Bahn wäre das an einem Tagesausflug nicht unterzubringen — es ist der Stopp, der die private Tour überhaupt erst rechtfertigt. Im Oktober ist die Straße regulär offen; nur bei Unwetter oder frühem Schnee wird sie gesperrt — dann entscheidet der Fahrer vor Ort.

Oishi-Park & Mt. Kachi-Kachi-Seilbahn

ERLEBEN — Der Oishi-Park liegt am Nordufer des Kawaguchiko-Sees, mit angelegten Blumenbeeten im Vordergrund und dem Fuji jenseits des Wassers. Die Kachi-Kachi-Seilbahn führt vom Ostufer in drei Minuten auf den 1.075 m hohen Berg Tenjo, wo eine Aussichtsterrasse See und Berg in einem Bild zusammenbringt. Ihr Name spielt auf ein altes japanisches Märchen an, in dem ein Tanuki und ein Hase auf diesem Berg aufeinandertreffen — Figuren davon stehen entlang des Wegs.

WARUM — Zwei Blickachsen auf denselben Berg: vom Ufer aus mit Blumen und Spiegelung, von oben aus der Vogelperspektive über den gesamten See. Die Seilbahn ist als Option eingeplant und verlängert den Tag um etwa eine Stunde — entscheidet das am Morgen, je nachdem, wie klar der Berg steht. Bei diesiger Sicht lohnt sie sich nicht.

Kōtoku-in — Großer Buddha

ERLEBEN — Eine mit Sockel 13,35 m hohe, rund 121 Tonnen schwere Bronzestatue des Amida-Buddha, ursprünglich 1252 gegossen. Die Halle, die sie einst schützte, wurde 1498 von einem Tsunami weggerissen — seitdem sitzt der Buddha bewusst unrestauriert unter freiem Himmel, was ihm eine besondere Ruhe und Verwitterungspatina verleiht. Gegen eine kleine Gebühr könnt ihr das Innere der Statue besichtigen und die jahrhundertealte Gusstechnik aus mehreren übereinandergegossenen Bronzeschichten erkennen.

WARUM — Historisch mindestens so bedeutend wie der Fuji-Ausflug, nur mit anderem Charakter — Kultur statt Natur. Kamakura war im 12./13. Jahrhundert für rund 150 Jahre die faktische Hauptstadt Japans (Sitz des ersten Shogunats) — der Große Buddha ist das sichtbarste Überbleibsel dieser Machtzentrale und damit ein Gegenstück zu Tokios Kaiserpalast-Ära, nur 150 Jahre älter.

Enoden — die Enoshima-Kleinbahn

ERLEBEN — Eine 1902 eröffnete Schmalspurbahn, die auf zehn Kilometern zwischen Kamakura und Fujisawa unterwegs ist und dabei ständig ihren Charakter wechselt: Auf dem ersten Abschnitt fährt sie so dicht an Wohnhäusern vorbei, dass man aus dem Fenster in Vorgärten und Küchen sieht — teils bleiben nur Zentimeter zwischen Wagen und Hauswand. Ab Shichirigahama öffnet sich die Strecke plötzlich zur Küste, und die Bahn fährt einige Minuten direkt am Meer entlang; bei klarer Sicht steht der Fuji über der Bucht. Zwischendurch teilt sie sich streckenweise die Fahrbahn mit Autos wie eine Straßenbahn.

WARUM — Anders als Kyotos Sagano-Torokko ist die Enoden kein touristischer Sonderzug, sondern eine echte Nahverkehrslinie, in der Schulkinder und Pendler sitzen. Für Kōtoku-in und Hase-dera braucht ihr sie ohnehin, beide liegen an der Station Hase — der Nostalgie-Effekt kostet euch also nichts. Der Küstenabschnitt Richtung Enoshima ist optional und schlägt mit rund 1,5 Stunden für hin und zurück zu Buche; er lohnt sich besonders im Nachmittagslicht. Ironischerweise ist ausgerechnet der Fuji-Blick von der Küstenstrecke bei der Schlechtwettervariante meist verdeckt — plant ihn nicht ein, freut euch, wenn er da ist.

Essen

  • Fuji: Hōtō-Nudeln (Misosuppe mit breiten Nudeln, Kürbis) — regionale Spezialität, kaum außerhalb Yamanashis zu bekommen.
  • Kamakura: Shirasu-don (junge Sardellen auf Reis) — lokale Spezialität der Küste, keine Austern dabei.

Vorab buchen

  • Fuji-Tour: gebucht für den 6.10. — Abholung 07:00, 11 Stunden. Mit dem Anbieter noch klären: ob ein kurzfristiger Wechsel auf den 7.10. möglich ist und bis wann, die Öffnung der Subaru Line zur 5. Station, und ob ihr die Kachi-Kachi-Seilbahn dazunehmt.
  • Kamakura und Enoden: keine Reservierung nötig, reguläre Bahnfahrten per IC-Karte. Die Enoden fährt etwa alle 12 Min.; an schönen Wochenenden kann es voll werden, an einem Dienstag ist das unkritisch.
  • Entscheidung am Abend des 4.10. anhand der Vorhersage treffen — kostenlos stornierbar nur bis 5.10., 07:00. Kamakura braucht keine Vorbereitung.

Fotospots

Wenn ihr's voller mögt

Fuji-Variante: Die Kachi-Kachi-Seilbahn ist oben bereits als Option eingeplant. Der Anbieter nennt darüber hinaus weitere mögliche Stopps, die ihr mit dem Fahrer absprechen könnt — den Yamanaka-See als größten der fünf Seen, das strohgedeckte Dorf Saiko Iyashi-no-Sato Nenba, die Narusawa-Eishöhle und die Fugaku-Windhöhle als Lavahöhlen des Fuji sowie den Kitaguchi-Hongu-Fuji-Sengen-Schrein, das historische Tor zum Aufstieg. Realistisch passt davon höchstens einer zusätzlich in den Tag.

Kamakura-Variante: Enoshima-Insel, kurze Zugfahrt weiter — Schrein, Küstenhöhlen und Panoramablick.

Bei Schlechtwetter

Genau dafür ist Kamakura die eingebaute Alternative — kein Tag geht verloren, nur die Ausrichtung wechselt von Natur zu Kultur. Prüft am Abend des 4.10. die Vorhersage und die Live-Webcams — die kostenlose Stornofrist läuft 24 Stunden vor Tourbeginn ab, bei Abholung um 07:00 also am 5.10. um 07:00. Ist nur der 6.10. verhangen, tauscht ihr mit dem 7.10. (siehe Kasten oben); Kamakura ist die Lösung, wenn beide Tage bewölkt sind.

Eine Einordnung aus den Bewertungen: Auch Gäste, bei denen der Fuji komplett hinter Wolken lag, beschreiben den Tag als gut organisiert und lohnend — die Stopps funktionieren also auch ohne den Berg. Ganz vergeblich wäre die Fahrt also nicht.
五
Mi, 7. Oktober — letzter Tokio-Tag

Meiji Jingu, Kaiserpalast & Shibuya

Schrein-Wald am frühen Morgen, Architektur-Boulevard, die Burgruine von Edo am Nachmittag, Packen am Nachmittag, Café mit Blick auf die Kreuzung zur Dämmerung — und zum Schluss die nächtliche Stadt von oben. Der letzte Tokio-Tag bündelt die Epochen: Meiji-Zeit, Edo-Zeit, Gegenwart.

Shibuya Sky — Einlass 19:40, Ticket fix Nachmittag frei zum Packen Tauschtag für den Fuji Kaiserpalast: Mo + Fr geschlossen, Mi passt
Hotel → Meiji Jingu
Ab Hotel ca. 07:35: zu Fuß über Harajuku, ca. 20 Min. — oder Yamanote-Linie Shibuya → Harajuku, 1 Station. Der Schrein-Eingang liegt direkt am Bahnhof Harajuku.
08:00
Meiji Jingu
1,5 Std. — bewusst früh, danach füllt sich der Schrein-Wald mit Tagesbesuchern. Zeit auch für den Inneren Garten.
Zu Fuß
15 Min. Richtung Omotesando.
10:00
Omotesando — Architektur-Boulevard
1,25 Std. — Spaziergang unter den Zelkovenbäumen, Fassaden internationaler Stararchitekten. Ohne Shopping, rein als Architektur-Route.
11:15
Mittagessen im Vorbeigehen
45 Min. — etwas Schnelles rund um Omotesando: Soba- oder Ramen-Theke, Onigiri, Bäckerei. Kein Programmpunkt, nur Energie für den Nachmittag.
Omotesando → Ōtemachi
Hanzōmon-Linie ab Omotesando Richtung Oshiage, direkt bis Ōtemachi, 6 Stationen, ca. 14 Min. — IC-Karte, ca. ¥180. Ausgang C13a, von dort ca. 5 Min. zu Fuß zum Ōte-mon-Tor.
12:30
Osten-Gärten des Kaiserpalasts
1,75 Std. — Eintritt frei, keine Anmeldung. Im Oktober geöffnet 9:00–16:30, letzter Einlass 16:00. Am Tor gibt es Taschenkontrollen, reist also leicht an. Mit knapp zwei Stunden habt ihr Zeit für Turmfundament, Ninomaru-Garten und Wachhaus, ohne zu hetzen.
Ōtemachi → Shibuya
Ca. 5 Min. zu Fuß zurück zur Station Ōtemachi, dann Hanzōmon-Linie Richtung Shibuya, 7 Stationen bis zur Endstation, ca. 17 Min. — direkt am Hotel.
14:45
Zeit zum Packen
Knapp 2 Std. im Hotel — Koffer für die Abreise fertig machen, ausruhen. Am nächsten Morgen bleibt dann nur noch das Nötigste.
16:45
Café mit Blick auf die Kreuzung
Solange ihr mögt — Starbucks im 2. OG von Shibuya Tsutaya, direkt an der Crossing, 3 Min. vom Hotel. Ein großes, geschwungenes Fenster geht auf die Kreuzung hinaus. Sonnenuntergang ist gegen 17:20 — ihr seht, wie die Videowände angehen. Fensterplätze sind begehrt, lieber etwas früher da sein. Siehe Beschreibung unten.
Zu Fuß zur Shibuya Scramble Square
Ca. 5 Min. — das Hochhaus steht direkt über dem Bahnhof.
19:40
Shibuya Sky — Nachtskyline
1,5 Std. oder länger — Einlasszeit laut Ticket: 19:40. Oben gibt es kein Zeitlimit, geöffnet ist bis 22:30. Jetzt seht ihr die Crossing von oben in voller Beleuchtung — dieselbe Kreuzung, auf die ihr zwei Stunden vorher aus dem Café geschaut habt.
ab 21:15
Zurück ins Hotel
5 Min. zu Fuß. Die Koffer sind schon gepackt — am nächsten Morgen habt ihr bis 10:35 Zeit, der Zug fährt um 11:21 ab Shinagawa.

Meiji Jingu

ERLEBEN — Ein 1920 fertiggestellter Schrein zu Ehren von Kaiser Meiji und seiner Frau, umgeben von einem 700.000 m² großen, künstlich angelegten Wald mit über 100.000 Bäumen, die aus ganz Japan gespendet wurden — ursprünglich als "ewiger Wald" geplant, der sich selbst erhält. Ihr durchschreitet ein 12 m hohes Holz-Torii (das größte in Japan aus einem Stück Zypressenholz gefertigte), vorbei an einer Wand aus gestapelten Sake-Fässern (Spenden von Brauereien), bis zur Hauptschreinanlage. Mit 1,5 Stunden bleibt zusätzlich Zeit für den kostenpflichtigen Inneren Garten (Kaiserlicher Iris-Garten) — im Oktober ohne Irisblüte, aber sehr ruhig.

WARUM — Sobald man durchs Torii tritt, ist von der Millionenstadt nichts mehr zu spüren — stärkster Ruhe-Kontrast des Tages, am Morgen fast menschenleer. Bemerkenswert ist auch die Geschichte dahinter: Der komplette Wald ist reine Handarbeit von vor gut 100 Jahren und keine gewachsene Natur — ein sehr japanisches Beispiel dafür, wie viel Planung hinter scheinbar unberührter Natur steckt.

Omotesando

ERLEBEN — Ein breiter, von Zelkovenbäumen gesäumter Boulevard, ursprünglich als Zugangsweg zum Meiji Jingu angelegt — der Name bedeutet wörtlich "Hauptzugangsweg". Heute stehen hier Gebäude internationaler Stararchitekten: Tadao Andos gestaffelter Omotesando Hills, Herzog & de Meurons kristallines Prada-Gebäude aus rautenförmigen Glaslinsen, SANAAs Dior-Fassade aus wellenförmigen Acrylschichten. Viele dieser Bauten werden von Architekturinteressierten besucht, ohne dass jemand einen Laden betritt.

WARUM — Hier bewusst als reine Architektur-Route eingeplant, nicht als Shopping-Stopp: Die Fassaden sind die Sehenswürdigkeit, nicht die Marken dahinter. Zusammen mit Meiji Jingu direkt davor ergibt sich ein ungewöhnlicher Bogen — vom bewusst zeitlos gestalteten Schrein-Wald zum bewusst zeitgenössisch gestalteten Boulevard, beide auf derselben historischen Achse.

Osten-Gärten des Kaiserpalasts

ERLEBEN — Rund 21 Hektar auf dem Gelände der ehemaligen Burg Edo, dem Sitz der Tokugawa-Shogune und 250 Jahre lang das eigentliche Machtzentrum Japans. Erhalten sind der gewaltige steinerne Sockel des Hauptturms, den ihr besteigen könnt, das Wachhaus Hyakunin-bansho, wo einst hundert Wachleute Dienst taten, sowie Wassergräben und zyklopische Mauern aus behauenen Felsblöcken. Dazwischen liegt der angelegte Ninomaru-Garten. Der Turm selbst brannte 1657 ab und wurde nie wieder aufgebaut — was bleibt, ist das Fundament und die Vorstellung dessen, was darauf stand.

WARUM — Ohne diesen Ort fehlt eurem Tokio-Programm die Edo-Zeit. Ihr habt einen Schrein aus der Meiji-Ära, einen Tempel aus dem 7. Jahrhundert und viel Gegenwart — aber nichts aus den Jahrhunderten, in denen aus dem Fischerdorf Edo die größte Stadt der Welt wurde. Genau hier saß die Macht, die das entschieden hat. Der Kontrast zum Vormittag ist bemerkenswert: erst der bewusst gestaltete Wald von Meiji Jingu, dann die kahlen Mauern einer Burg, die es nicht mehr gibt.

Shibuya Crossing

ERLEBEN — Die meistfrequentierte Fußgängerkreuzung der Welt: Bei jeder Grünphase strömen aus bis zu acht Richtungen gleichzeitig geschätzt bis zu 3.000 Menschen über die Kreuzung, choreografiert allein durch stillschweigende Rücksichtnahme — kein Zusammenstoß, kein Chaos. Umgeben von riesigen Videowänden, u. a. am berühmten Q-Front-Gebäude, dazu die kleine Hachikō-Statue, benannt nach dem legendär treuen Hund, der hier täglich jahrelang auf seinen verstorbenen Besitzer wartete — ein beliebter Treffpunkt bis heute.

WARUM — Die Tokio-Ikone schlechthin — und der direkte Vorher-Nachher-Effekt, wenn ihr sie kurz danach von Shibuya Sky aus von oben seht, macht beide Perspektiven stärker: erst mittendrin im organisierten Chaos, dann von oben das komplette choreografierte Muster erkennen.

Café mit Blick: Starbucks in Shibuya Tsutaya

ERLEBEN — Das Tsutaya-Gebäude (Q-Front) steht direkt an der Crossing, seine Videowand gehört zum klassischen Bild der Kreuzung. Nach dem Umbau ist der Starbucks im April 2024 zurückgekehrt: im 1. OG nur Theke zum Mitnehmen, im 2. OG ein Café mit rund 100 Plätzen, bis 22:30 geöffnet. Die Sitzbänke schlängeln sich als grünes Band durch den Raum bis an ein großes, geschwungenes Fenster zur Kreuzung.

WARUM — Ihr seid zwar jeden Tag an der Crossing, aber immer im Durchgang. Hier sitzt ihr einmal, mit etwas Warmem in der Hand, und schaut in Ruhe zu, wie bei jeder Grünphase die Menschen aus allen Richtungen losgehen und wie mit dem Sonnenuntergang die Lichter übernehmen. Wenn alle Fensterplätze belegt sind: MAG8, die Dachterrasse im 8. OG von MAGNET by Shibuya109 schräg gegenüber, blickt steil von oben auf die Kreuzung (kostenpflichtig, ein Getränk inklusive).

Shibuya Sky

ERLEBEN — Eine komplett offene, nur mit hohem Sicherheitsglas begrenzte Dachterrasse auf 230 m Höhe, oben auf der 2019 eröffneten Shibuya Scramble Square. Kein Geländer stört die Sicht, stattdessen liegt man streckenweise fast am Rand und blickt direkt auf die Crossing hinunter. Bei Sonnenuntergang wechselt der Himmel über der gesamten Stadt binnen 20 Minuten von Gold zu Tiefblau, während unten die Lichter der Millionenstadt angehen.

WARUM — Der beste Abschluss-Blick auf die Stadt, die ihr die Tage zuvor zu Fuß erkundet habt — von hier oben lassen sich Skytree, Tokyo Tower, Fuji (bei klarer Sicht) und der eigene Weg der letzten Tage auf einen Blick einordnen. Als letzter Tokio-Abend bewusst hier platziert — von hier oben lässt sich der Weg der vergangenen Tage auf einen Blick einordnen.

Essen

  • Mittags: schnell und unkompliziert rund um Omotesando — Soba- oder Ramen-Theke, Onigiri, Bäckerei.
  • Ideen fürs Abendessen — vor oder nach dem Turm, ganz nach Hunger: unkompliziert rund um die Crossing ohne Reservierung (Izakaya, Ramen, Yakitori), oder die Shibuya-Filiale von Umegaoka Sushi no Midori für gutes, bezahlbares Sushi. Nach dem Turm habt ihr bis in den späten Abend Auswahl.

Vorab buchen

  • Shibuya Sky: gebucht, Einlass 19:40. Oben gibt es kein Zeitlimit, geschlossen wird um 22:30.
  • Café: keine Reservierung nötig.
  • Meiji Jingu und Omotesando: frei zugänglich, Innerer Garten 500 ¥ vor Ort.
  • Kaiserpalast: Eintritt frei, keine Anmeldung nötig. Montags und freitags geschlossen — deshalb liegt er auf dem Mittwoch. Schließungen wegen Hofveranstaltungen werden kurzfristig bekanntgegeben, prüft am Vortag kurz die Seite der Hofverwaltung.

Fotospots

Wenn ihr's voller mögt

Nezu-Museum am Südende von Omotesando: eine Sammlung ostasiatischer Kunst in einem Bau von Kengo Kuma, dahinter ein überraschend großer, hügeliger Garten mit Teichen, Steinlaternen und mehreren Teehäusern — mitten in einem der teuersten Viertel Tokios und von der Straße aus überhaupt nicht zu erahnen. Rund 1,5 Stunden, passt gut in den langen Ruhenachmittag, falls euch drei Stunden Hotel zu viel sind.

Bei Schlechtwetter

Meiji Jingu und Omotesando sind unproblematisch. Shibuya Sky ist eine offene Dachterrasse — bei Sturm/Starkregen kann der Betreiber kurzfristig schließen. Da dies der letzte Tokio-Abend ist und der Slot auf 19:40 fixiert ist, gibt es keinen Ausweichtermin mehr. Rückfalloption ist der überdachte Innenbereich SKY GALLERY (46. Stock), ein Stockwerk tiefer.
六
Do, 8. Oktober — Abreisetag

Weiterfahrt nach Kyoto

Kein Programm mehr in Tokio, aber ein entspannter Start: Frühstück ohne Zeitdruck, Abfahrt ab Shinagawa statt Tokyo Station. Ankunft in Kyoto am frühen Nachmittag, rechtzeitig für das Gion-Programm.

Shinkansen 11:21 ab Shinagawa — gebucht Reiner Reisevormittag
08:00
Frühstück in Ruhe
1 Std. — bewusst ohne Zeitdruck.
09:00
Freie Zeit
Rund 1,5 Std. ohne Programm — in Ruhe packen, letzter Bummel rund um Shibuya.
10:35
Check-out
Shibuya Excel Hotel Tokyu — liegt direkt über der Station, keine Anfahrt nötig.
10:40 Shibuya → Shinagawa
Yamanote-Linie Richtung Shinagawa, 5 Stationen (Ebisu, Meguro, Gotanda, Ōsaki, Shinagawa), ca. 13 Min. — IC-Karte, ca. ¥210. Deutlich kürzer als der Weg zur Tokyo Station, und die Shinkansen-Sperren liegen kompakter beieinander.
10:55
Ankunft Shinagawa
Rund 25 Min. Puffer für Bahnsteigsuche und Gepäck — reicht bei diesem Bahnhof gut aus.
11:21
Abfahrt Shinkansen Nozomi
Richtung Shin-Osaka, Halt in Kyoto. Fahrzeit ca. 2 Std. 10 Min. ab Shinagawa. Gebucht, Sitzplatz reserviert — der Zug fährt in Tokyo ab und ist in Shinagawa schon gut besetzt, das spielt mit fester Reservierung aber keine Rolle.
ca. 13:30
Ankunft Kyoto Station
Genaue Zeit laut Ticket. Weiter nach dem Kyoto-Reiseplan: Hotel-Check-in, Programm ab 14:30.

Vorab buchen

  • Nozomi 11:21 ab Shinagawa: gebucht, Sitzplatz reserviert. Richtpreis ca. ¥14.170 pro Person.
  • Großgepäck: Koffer mit Summe aus Länge + Breite + Höhe über 160 cm brauchen eine eigene Reservierung für den Stauraum hinter der letzten Sitzreihe. Ohne Reservierung wird eine Gebühr fällig.

Zeitpuffer

  • Nozomi fährt alle 10–15 Min. Mit fester Reservierung gilt euer Ticket allerdings nur für den gebuchten Zug — bei einem verpassten Zug müsstet ihr am Schalter umbuchen. Der Puffer ist deshalb bewusst knapp, aber nicht auf Kante gerechnet.
  • Ab Shinagawa statt Tokyo Station spart ihr rund 30 Min. am Morgen. Das funktioniert nur mit Reservierung — unreserviert wären die Wagen dort bereits voll.

Warum Nozomi

Ihr fahrt ohne JR Pass mit Einzeltickets — deshalb steht euch der Nozomi offen: rund ¥320 teurer als der langsamere Hikari, dafür 25 Minuten schneller in Kyoto. Abfahrt ab Shinagawa 11:21, Ankunft Kyoto ca. 13:30.