広島 — Hiroshima Reiseplan

Zwei Tage Garten & Gedenken

Ein ruhiger Ankunftsnachmittag mit Garten und Burg, ein zweiter Tag, der bewusst anders verläuft als alle anderen, und am Abend die Weiterreise nach Haneda mit Onsen-Ausklang.

2
Tage in Hiroshima
Südseite
Hotel Granvia Hiroshima South Gate
16.–17.10.
Reisezeitraum inkl. Abreise

Ausgangspunkt ist das Hotel Granvia Hiroshima South Gate (2-37 Matsubara-chō, Minami-ku) — nicht das gleichnamige Haupthaus auf der Nordseite, sondern der Neubau am Südausgang des Bahnhofs, ca. 1 Min. zum Bahnhof und 4 Min. zum Haupthaus. Der große Vorteil: Von hier erreicht man die Straßenbahn-Haltestelle direkt, ohne Straßenüberquerung: Seit August 2025 fährt die Straßenbahn ins Bahnhofsgebäude hinein, die Haltestelle liegt im 1. OG (2F) auf Höhe des Zentralausgangs. Check-in ab 14:00, Check-out bis 11:00. Der zweite Tag ist bewusst anders aufgebaut als der Rest der Reise: kein dichtes Programm, kein "voller mögt"-Extra, keine Fotospot-Liste im gewohnten Sinn. Peace Memorial Park und Museum verdienen Zeit und Ruhe, nicht Taktung.

Fixer Programmpunkt
壱
Fr, 16. Oktober — Nachmittag ab Miyajima

Shukkeien Garden & Hiroshima Castle

Ankunft vom Festland, ruhiger Gartennachmittag, Burg im goldenen Abendlicht.

Ankunftsnachmittag — bewusst ruhig gehalten
Miyajima → Hiroshima
Fähre ca. 10 Min. + JR Sanyo-Linie ca. 25 Min., zusammen ca. ¥620 — Ankunft Hiroshima Station ca. 12:30. Zum Hotel am Südausgang ca. 1 Min. Gepäck wartet bereits im Hotel (Kurier vom Vortag).
ca. 12:35
Hotel Granvia Hiroshima South Gate
Ankommen, Koffer in Empfang nehmen. Offizieller Check-in erst ab 14:00 — das Gepäck könnt ihr vorher an der Rezeption lassen.
12:45
Mittagessen am Bahnhof
1 Std. — Restaurants direkt im Bahnhofsgebäude, ohne Weg.
13:45
Check-in & kurze Pause
Ca. 45 Min. — ab 14:00 Zimmer beziehen, durchatmen.
Hotel → Shukkeien Garden
Ab ca. 14:30 zu Fuß, ca. 15 Min. — der einfachste Weg. Mit der Straßenbahn bräuchtet ihr einen Umstieg (Linie 1, 2 oder 6 bis Hatchobori, dort Linie 9 bis Shukkeien-mae), das lohnt nicht.
14:45
Shukkeien Garden
1,25 Std. — Landschaftsgarten aus dem 17. Jh. mit großem Teich und Steinbrücken. Eintritt ¥350, geöffnet bis 18:00.
Shukkeien → Hiroshima Castle
Zu Fuß, ca. 10 Min. — keine Straßenbahn nötig.
ca. 16:10
Hiroshima Castle
1 Std. — Burganlage und Graben mit Koi-Karpfen im späten Nachmittagslicht. Das Innere des Burgturms ist seit März 2026 dauerhaft geschlossen; das Ninomaru ist im Oktober bis 16:30 geöffnet.
ab ca. 17:30
Abendessen — spontan
Hiroshima-Okonomiyaki, z. B. in Okonomimura (ca. 20 Min. zu Fuß von der Burg) oder am Bahnhof. Zurück zum Hotel mit der Straßenbahn (Linie 1, 2 oder 6 ab Hatchobori/Ebisuchō zur Hiroshima Station, ca. 10 Min., ¥240) — Ankunft gegen 20:00.

Shukkeien Garden

ERLEBEN — Ein 1620 angelegter Landschaftsgarten, dessen Name wörtlich "verkleinerte Landschaft" bedeutet — der zentrale Teich mit seinen Steinbrücken und Inseln bildet im Kleinen eine Miniaturversion der Landschaft am Westsee bei Hangzhou in China nach, ein damals populäres Gestaltungsvorbild. Der Garten wurde beim Atombombenabwurf 1945 fast vollständig zerstört und diente kurzzeitig als Notunterkunft für Verletzte, bevor er in den folgenden Jahrzehnten originalgetreu wiederhergestellt wurde.

WARUM — Ein Ort, der Ruhe und Wiederaufbau in einem verkörpert — bevor ihr morgen den Peace Memorial Park besucht, zeigt Shukkeien bereits, wie sorgfältig Hiroshima seine zerstörte Substanz zurückgewonnen hat.

Hiroshima Castle

ERLEBEN — Ursprünglich 1589 vom Feldherrn Mōri Terumoto erbaut, beim Atombombenabwurf komplett zerstört (nur eine Trauerweide in Grabennähe überlebte die Explosion und steht bis heute) und 1958 als Stahlbetonnachbau wiedererrichtet. Die weitläufige Grünanlage mit Wassergraben und Koi-Teichen ist frei zugänglich; Hinweis: Das Innere des Burgturms ist seit März 2026 dauerhaft geschlossen — die Außenanlage lohnt sich trotzdem.

WARUM — Wie Osaka Castle und Himeji Castle Teil derselben Feudalzeit-Geschichte, hier aber mit der zusätzlichen, stillen Schicht der Zerstörung von 1945 — die überlebende Trauerweide ist ein kleines, aber eindrückliches Detail, das die morgige Themenlinie bereits andeutet.

Essen

  • Must-Eat Hiroshima-Okonomiyaki: anders als die Osaka-Variante hier geschichtet statt vermischt (Kohl, Schweinebauch, Ei, Yakisoba-Nudeln, Sauce) — Okonomimura, ein mehrstöckiges Gebäude voller kleiner Okonomiyaki-Stände, ist der unkomplizierteste Ort dafür.

Vorab buchen

  • Nichts nötig — beide Programmpunkte ohne Reservierung zugänglich (Shukkeien ¥350, Burggelände frei).

Fotospots

Wenn ihr's voller mögt

Hiroshima Orizuru Tower, direkt gegenüber der Atombombenkuppel: Von der offenen Dachterrasse blickt man über den gesamten Friedenspark und die Kuppel von oben. Im Gebäude kann man einen Papierkranich falten und ihn in eine Glaswand einwerfen, in der sich die Kraniche über die Jahre sammeln. Passt am ehesten an den Nachmittag des 16. Oktober, weil der 17. bewusst ohne Anschlusstermine bleibt.

Bei Schlechtwetter

Beide Orte haben überdachte Pavillon-/Hallenbereiche — bei Dauerregen die Reihenfolge tauschen und den Garten für die regenärmere Phase aufheben.
弐
Sa, 17. Oktober

Peace Memorial Park & Museum

Ein Vormittag, der Zeit und Raum braucht. Am Nachmittag geht die Reise per Shinkansen weiter Richtung Tokio/Haneda.

Nozomi 17:03 nach Tokio — gebucht

Ein Wort vorab: Dieser Vormittag ist anders als der Rest der Reise. Es geht nicht um Sehenswürdigkeiten im üblichen Sinn, sondern um einen der Orte, an denen sich der 6. August 1945 unmittelbar zeigt. Nehmt euch die Zeit, die es braucht — der Zeitplan unten ist ein grober Rahmen, kein Taktgeber.

ca. 10:15
Check-out
Vor dem Aufbruch auschecken (möglich bis 11:00) — der Zug fährt aber erst 17:03. Das Gepäck bleibt danach an der Rezeption; abholen auf dem Rückweg vom Park, das Hotel liegt 1 Min. vom Bahnsteigzugang.
Hotel → Peace Memorial Park
Ab ca. 10:15 mit der Straßenbahn (Hiroden) Linie 2 oder 6 bis Genbaku-Dome-mae, 8 Haltestellen, ca. 15 Min. — IC-Karte, ¥240. Einstieg an der Haltestelle im Bahnhofsgebäude (1. OG / 2F, Zentralausgang), vom Hotel aus ohne Umweg. Die Zielhaltestelle liegt direkt an der Atombombenkuppel.
10:35
Atombombenkuppel (Genbaku Dome)
30 Min. — die Ruine der ehemaligen Industrie- und Handelskammer, fast direkt unter dem Explosionspunkt gelegen, seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe.
11:10
Peace Memorial Park
1 Std. — Spaziergang zu Kinder-Friedensdenkmal, Friedensflamme und Kenotaph, entlang der Sichtachse zum Dome.
12:15
Peace Memorial Museum
2 Std. — Hauptausstellung zur Geschichte des Angriffs und seiner Folgen, mit persönlichen Gegenständen und Berichten Betroffener.
14:15
Ruhige Mittagspause
Bewusst Zeit zum Verarbeiten einplanen, kein direkter Anschlusstermin. Bis zum Aufbruch um 16:00 bleiben gut anderthalb Stunden ohne Programm — das ist Absicht.
ca. 16:00 Peace Memorial Park → Hiroshima Station
Straßenbahn (Hiroden) Linie 2 oder 6 ab Genbaku-Dome-mae, ca. 15 Min. — IC-Karte, ¥240. Bewusst eine Stunde vor dem Zug: Koffer holen und der Weg zur Shinkansen-Seite brauchen zusammen gut 20 Min.
Gepäck abholen → Bahnhof
Kurzer Stopp am Hotel für die Koffer, dann in den Bahnhof — Südausgang, von dort ausgeschildert zu den Shinkansen-Gleisen auf der Nordseite, mit Koffern ca. 10 Min. Am Bahnsteig gegen 16:40.
17:03
Nozomi Hiroshima → Tokio
Gebucht. Direkt ohne Umstieg, ca. 3 Std. 45 Min., ca. ¥19.760 p. P. — Aussteigen in Shinagawa, eine Station vor Tokyo, Ankunft ca. 20:48, genaue Zeit laut Ticket. Am sichersten die Smart-EX-Buchung vorab auf „bis Shinagawa" ändern — ob das Ticket bis Tokyo dort als Ausstieg gilt, ist in den Smart-EX-Regeln nicht eindeutig. Sonst am besetzten Schalter neben der Sperre vorzeigen.
Shinagawa → Haneda T3
Keikyu-Linie, direkt ohne Umstieg, 12–20 Min. je nach Zug — IC-Karte, ca. ¥330. Umsteigen über die ausgeschilderte JR→Keikyu-Sperre, dann einen Zug mit Ziel 羽田空港 (Haneda Airport) nehmen, nicht Richtung Yokohama.
ca. 21:20
Hotel Villa Fontaine Grand Haneda
Direkt an Terminal 3, nur wenige Gehminuten vom Ankunftsbereich.
22:15
Onsen — Izumi Tenku no Yu (optional)
Onsen-Anlage direkt im Terminal, 24 Std. geöffnet — Innen- und Außenbecken, Sauna, für Hotelgäste vergünstigter Eintritt. Guter, ruhiger Ausklang nach einem langen Reisetag statt eines weiteren Restaurant-Abends.

Atombombenkuppel

ERLEBEN — Die einzige Struktur, die in unmittelbarer Nähe des Explosionspunkts (weniger als 150 m entfernt) stehen blieb, weil die Druckwelle fast senkrecht von oben auf das Gebäude traf. Die Ruine wurde bewusst nicht restauriert, sondern in ihrem beschädigten Zustand konserviert, seit 1996 als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt.

WARUM — Kein anderes Bauwerk der Welt vermittelt die Wucht dieses einen Moments so unmittelbar. Die Stadt hat sich bewusst entschieden, diesen Ort nicht wiederaufzubauen, sondern als bleibende Mahnung zu erhalten.

Peace Memorial Park & Museum

ERLEBEN — Der Park verbindet mehrere Gedenkstätten entlang einer Sichtachse zum Dome: das Kinder-Friedensdenkmal (inspiriert von Sadako Sasaki, die nach der Bombe an Leukämie starb und der Legende nach tausend Papierkraniche faltete), die ewige Friedensflamme (die erst erlöschen soll, wenn es weltweit keine Atomwaffen mehr gibt) und der bogenförmige Kenotaph, durch den man den Dome in der Ferne sehen kann. Das angeschlossene Museum zeigt anhand persönlicher Gegenstände, Fotografien und Zeitzeugenberichten die Ereignisse vor, während und nach dem 6. August 1945 — einige Ausstellungsstücke sind bewusst ungeschönt und für manche Besucher emotional sehr belastend.

WARUM — Dieser Ort erklärt nicht nur ein historisches Ereignis, sondern zeigt, wie eine Stadt aus fast vollständiger Zerstörung heraus eine der eindringlichsten Friedensbotschaften der Welt entwickelt hat. Ein Pflichttermin nicht wegen seiner Schönheit, sondern wegen seiner Bedeutung.

Essen

  • Ruhiges, unaufgeregtes Mittagessen nach dem Museum — bewusst kein kulinarisches Highlight für diesen Tag geplant, sondern Zeit zum Ankommen.

Vorab buchen

  • Museum-Eintritt (ca. 200 Yen) vor Ort, keine Reservierung nötig. An sehr belebten Tagen (Schulklassen) kann es am Eingang kurze Wartezeiten geben.
  • Onsen im Hotel: kein Vorab-Ticket nötig, Eintritt an der Rezeption oder direkt am Onsen-Counter, für Hotelgäste vergünstigt.

Die A-Bomben-Straßenbahnen (Hibaku Densha)

ERLEBEN — Zwei Straßenbahnwagen aus dem Baujahr 1942, Nummer 651 und 652, überstanden den Abwurf am 6. August 1945 und sind bis heute im Bestand von Hiroden — kein Museumsstück hinter Glas. Sie wurden inzwischen mit Klimaanlage und Kartenlesern nachgerüstet, haben aber weiterhin ihr Originalfahrgestell, und der Führerstand ist unverändert geblieben: Der Fahrer steuert vollständig manuell, mit Rädern und Hebeln statt Knöpfen und Bildschirmen. Zu erkennen sind sie an der kantigen, deutlich älteren Wagenform.

WARUM — Von allen Orten dieses Aufenthalts ist das vielleicht der stillste: Der Straßenbahnbetrieb wurde drei Tage nach dem Abwurf teilweise wieder aufgenommen, und für die Menschen der Stadt war das ein erstes Zeichen, dass es weitergeht. In einem dieser Wagen zu sitzen, während er durch die wiederaufgebaute Stadt fährt, ist etwas anderes, als ein Exponat hinter Glas zu betrachten.

Wie ihr die Wagen 651/652 erwischt

Ehrlich gesagt: Die Chance ist klein. Die Wagen lassen sich nicht reservieren und fahren vor allem werktags im morgendlichen Berufsverkehr, meist auf anderen Linien als euren. Am Freitagnachmittag und Samstag begegnet ihr ihnen eher zufällig. Am Informationsschalter der Hiroshima Station kann man nachfragen, ob die Wagen an diesem Tag überhaupt im Einsatz sind — das erspart vergebliches Warten. Falls es nicht klappt: Wagen 653 steht restauriert im Originalanstrich und wird nur zu besonderen Anlässen gefahren, Wagen 654 ist im Verkehrsmuseum der Stadt ausgestellt.

Falls ihr den Nachmittag nutzen möchtet

Die Nationale Friedensgedenkhalle liegt unterirdisch direkt neben dem Museum und ist frei zugänglich: ein kreisrunder, stiller Raum, dessen Wand ein Panorama der zerstörten Stadt aus 140.000 Ziegelfliesen zeigt — eine für jeden Toten des ersten Jahres. Daneben eine Bibliothek mit Zeugnissen Überlebender, auf Wunsch auch auf Deutsch. Es ist kein zusätzlicher Programmpunkt im üblichen Sinn, sondern eher ein Ort, an dem sich der Vormittag setzen kann. 30–45 Minuten.

Bei Schlechtwetter

Museum und die überdachten Teile des Parks funktionieren bei jedem Wetter — an einem Regentag lässt sich der Außenrundgang notfalls verkürzen, ohne dass der Besuch an Bedeutung verliert.