Vom schwimmenden Torii über den Gipfel des Mount Misen bis zum stillen Tempel am nächsten Morgen — die ruhigste Etappe der ganzen Japan-Reise.
Ausgangspunkt ist das Miyajima Grand Hotel Arimoto, ein traditionelles Ryokan mit inkludiertem Kaiseki-Abendessen — für diesen einen Abend also kein spontanes Dinner nötig. Das Ryokan bietet seinen Gästen kostenlose Führungen mit zertifizierten Miyajima-Guides an — abends zum beleuchteten Schrein und morgens über die Insel. Die Uhrzeiten veröffentlicht das Hotel nicht, fragt beim Check-in danach und ob auf Englisch geführt wird. Das Bad (Großbad und Freiluftbad im Erdgeschoss) ist ein Aktivstein-Bad, kein natürliches Thermalwasser.
Ankunft per Fähre mit dem klassischen Torii-Blick vom Wasser aus, dann der Schrein bei Hochwasser, Bergpanorama vom Misen, Sonnenuntergang am Torii und ein Abend im Ryokan mit Führung und Bad.
ERLEBEN — Ein auf Stelzen über dem Wasser errichteter Schrein-Komplex aus dem 6. Jahrhundert (heutige Form von 1168), UNESCO-Weltkulturerbe. Bei Flut scheinen sowohl der Schrein als auch das berühmte, 16 m hohe Torii-Tor auf dem Wasser zu schweben — bei Ebbe könnt ihr dagegen direkt zum Tor hinauslaufen und es von unten betrachten. Beide Zustände gelten als sehenswert, zeigen aber ein völlig unterschiedliches Bild.
WARUM — Eines der meistfotografierten Motive Japans und einer von Japans "Drei Schönsten Landschaften" (Nihon Sankei) — die Kombination aus Architektur, Gezeiten-Dynamik und der bewaldeten Bergkulisse im Hintergrund gibt es so nirgendwo sonst im Land.
ERLEBEN — Zwei aufeinanderfolgende Seilbahnabschnitte bringen euch zur Shishiiwa-Aussichtsplattform auf rund 430 m Höhe, mit freiem Blick über die Seto-Inlandsee und ihre unzähligen kleinen Inseln. Der Gipfel des heiligen Mount Misen (535 m) ist von dort noch ca. 30 Min. zu Fuß erreichbar, für den Nachmittag reicht die Aussichtsplattform selbst völlig aus.
WARUM — Der Berg gilt seit über 1200 Jahren als heilig (der Mönch Kūkai soll hier meditiert haben, ein "ewiges Feuer" brennt der Legende nach seitdem ununterbrochen in einer kleinen Halle) — Naturschönheit und spirituelle Bedeutung in einem, mit dem besten Weitblick der gesamten Japan-Reise.
Frühmorgens bei Ebbe zu Fuß zum Torii, dann Bad und Frühstück, ein stiller Tempel zum Ausklang und zurück aufs Festland.
ERLEBEN — Ein im 9. Jahrhundert vom Mönch Kūkai gegründeter Tempel am Fuß des Mount Misen, einer der wichtigsten Tempel des Shingon-Buddhismus in Westjapan. Auf dem Weg nach oben säumen hunderte kleine Steinstatuen (Rakan) den Pfad, jede mit individuellem Gesichtsausdruck, viele mit kleinen gestrickten Mützen bekleidet. Eine drehbare Sutra-Trommelreihe an der Treppe erlaubt es, alle heiligen Schriften "zu lesen", ohne sie tatsächlich durchzugehen — einfach durch Drehen der Trommeln im Vorbeigehen.
WARUM — Direkt neben dem meistbesuchten Schrein der Insel gelegen, aber erstaunlich unbekannt bei internationalen Besuchern — der ruhigste, kontemplativste Ort auf Miyajima und ein stimmiger, entspannter Abschluss vor der Weiterreise.